Antiziganistische Vorfälle nehmen weiter zu
Foto: Vincent Villwock / Grüne Fraktion Berlin
Zur heutigen Vorstellung der Zahlen antiziganistischer Vorfälle in Berlin 2025 durch DOSTA/MIA Berlin erklärt Susanna Kahlefeld, Sprecherin für Beteiligung:
„Die heute vorgelegten Zahlen der Dokumentationsstelle Antiziganismus DOSTA/MIA Berlin sind erschreckend. Sie zeigen erneut einen Anstieg der Fallzahlen. Besonders in Schulen und bei Behörden sind Menschen antiziganistischer Diskriminierung ausgesetzt. Dort bleiben die Zahlen, wie schon in den vergangenen Jahren, auf hohem Niveau.
Für staatliches Handeln besteht eine klare Verantwortung der Politik. Doch es ist nicht zu erkennen, was der Senat unternimmt. Maßnahmen gegen Antiziganismus haben in diesem Senat keine Priorität. Im Gegenteil. Der gesetzlich festgeschriebene Beirat für Angelegenheiten der Roma und Sinti wurde faktisch abgeschafft. Der Sprecher der CDU-Fraktion gegen Antisemitismus fällt durch antiziganistische Äußerungen auf und weigert sich, die historische Verantwortung gegenüber beiden Gruppen anzuerkennen. Die Enquete-Kommission „Für gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegen Antisemitismus, Rassismus, Muslimfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung“ ist gescheitert.
Nicht zuletzt belegen die Zahlen auch ein europapolitisches Versagen des Senats. Rom:nja sind die größte europäische Minderheit. Dass sie in Berlin Arbeitsausbeutung sowie Diskriminierung durch Schulen und Behörden ausgesetzt sind, beschädigt Berlin als europäische Metropole. Umso wichtiger ist es, dass Monitoringstellen wie DOSTA und MIA Berlin existieren und erhalten bleiben.“
