Gender Pay Gap: Strukturelle Ungleichheit braucht mehr als eine Kampagne
Foto: Vincent Villwock / Grüne Fraktion Berlin
Der Senat behandelt heute eine Vorlage, um den Frauentag als Anlass für mehr Bewusstsein und für konkrete Schritte zur Schließung des Gender Pay Gaps zu nehmen. Dazu erklärt Bahar Haghanipour, Sprecherin für Gleichstellung:
„Beim Gender Pay Gap geht es nicht um fehlendes Bewusstsein oder individuelle Probleme – es geht um strukturelle Ungleichheit. Frauen verdienen in Deutschland nach wie vor deutlich weniger als Männer. Das lässt sich nicht mit einer kleinen Kampagne beheben.
Wir Grüne haben deshalb einen Antrag eingebracht, der sogar weniger kostet, aber mehr Wirkung entfalten kann: Wir wollen die Strukturen in der Berliner Verwaltung sichtbar machen. Nur mit verlässlichen Daten darüber, wo Frauen schlechter bezahlt werden, schaffen wir die Grundlage für echte Veränderungen. Berlin soll hier mit gutem Beispiel vorangehen.
Wenn der schwarz-rote Senat tatsächlich – wie im Titel seines Antrags behauptet – „konkrete Schritte zur Schließung des Gender Pay Gaps“ gehen will, dann muss er endlich die europäische Entgelttransparenzrichtlinie umsetzen. Diese ist in Deutschland verpflichtend – und Schwarz-Rot stellt sowohl in Berlin als auch im Bund die Koalition. Stattdessen verschleppt die von Bundesministerin Prien eingesetzte Kommission die Umsetzung und damit dringend notwendige Fortschritte.
CDU und SPD müssen endlich handeln und ihren Einfluss im Bund nutzen, um die Entgelttransparenz konsequent durchzusetzen. Nur so können wir den Gender Pay Gap wirklich schließen.“
