Menschenwürdige Unterbringung statt Notunterkünfte – Berlin kann mehr
Anais Quiroga / Grüne Fraktion Berlin
Die Grüne Fraktion Berlin hat einen 5-Punkte-Plan für die Unterbringung und Teilhabe von Geflüchteten erarbeitet. Darin zeigen wir konkrete Lösungen auf, die Berlin jetzt braucht. Es gibt Alternativen zu Tegel als teuerster und prekärster Massenunterkunft Deutschlands. Hier finden Sie das Positionspapier als PDF.
Dazu erklärt Bettina Jarasch, Fraktionsvorsitzende: „10 Jahre nach ‚Wir schaffen das‘, dreieinhalb Jahre nach Kriegsausbruch in der Ukraine hat Berlin viele Menschen gut aufgenommen, hat aber auch die teuerste, größte und prekärste Massenunterkunft Deutschlands auf dem ehemaligen Flughafen Tegel geschaffen. Berlin braucht jetzt eine echte Offensive für gute, dezentrale Unterbringung in den Bezirken. Ankommen passiert vor Ort. Der ehemalige Flughafen Tempelhof darf nicht zu Tegel 2.0 werden. Schwarz-Rot jedoch beschränkt sich weitgehend auf das Organisieren von Notunterkünften. Das muss sich ändern. Alle beteiligten Senator*innen müssen an einen Tisch, gemeinsam mit dem betroffenen Bezirk, so wie es auch in der Wohnungsbaukommission geschieht. Wenn der Senat weiter die Integrationssenatorin mit dieser Aufgabe alleinlässt, wird das nichts.“
Dazu erklärt Jian Omar, Sprecher für Migration, Partizipation und Flucht: „Dezentrale Unterbringung ist die Voraussetzung für gelingende Integration. Wenn Menschen im Kiez ankommen, sind Schule, Kita, Sprachkurs, Hausarzt und Jobcenter fußläufig, es gibt feste Ansprechpersonen, weniger Konflikte, mehr Alltag. Massenunterkünfte wie Tegel sind das Gegenteil: teuer, ineffizient, anonym. Sie verschlingen Millionen für Sicherheit und Betrieb, ohne Teilhabe zu ermöglichen, und überlasten Nachbarschaften und Verwaltung. Unser Weg ist klar: kleine, planbare Standorte mit verbindlichen Standards, echter Transparenz und dem schnellen Übergang in Wohnungen. So entlasten wir den Haushalt und stärken Akzeptanz. Humanität und Rechtsstaatlichkeit gehören zusammen. Deshalb: Schluss mit Notlösungen, kein Tegel 2.0.“

