Wer beim Klimaschutz kürzt, kann keinen Hitzeschutz versprechen
Foto: Vincent Villwock/Grüne Fraktion Berlin
Zum heute angekündigten Hitzeaktionsplan kommentiert Bettina Jarasch, Fraktionsvorsitzende:
„Gut, dass er endlich da ist – doch der Hitzeaktionsplan des Senats kommt zu spät, er ist unambitioniert und lässt diejenigen im Stich, die Hitzeschutz am dringendsten brauchen. „Aktion“ müssen offenbar vor allem andere zeigen, denn der Plan des Senats wälzt die Verantwortung auf andere ab, statt selbst aktiv zu werden.
Hitzetage wie wir sie auch dieses Jahr wieder erlebt haben, gefährden vor allem ältere und kranke Menschen, kleine Kinder – und alle, die auf der Straße leben und der Hitze deshalb ausgeliefert sind. Obdachlose und Pflegebedürftige werden zwar im Aktionsplan erwähnt – aber die Unterstützung für sie streicht Schwarz-Rot zusammen. Digitale Apps werden gerade diesen Menschen wenig helfen.
Der Plan fordert vor allem weitere Pläne – von den Bezirken, von der Polizei, von anderen Akteuren. Es fehlt nahezu alles, was der Senat selbst tun kann, um Menschen zu schützen: kein kostenloser Eintritt in Schwimmbäder für Bedürftige an Hitzetagen, nicht einmal ein durchdachter Plan dafür wo Menschen sich kostenlos aufhalten können um sich vor der Hitze zu schützen.
Wenn wir uns in Berlin vor Hitzewellen schützen wollen, brauchen wir vor allem Bäume und mehr Stadtgrün. Der Senat kürzt aber vor allem beim Klimaschutz und versiegelt munter weitere Flächen. Seine einzige Antwort für mehr Grün in der Stadt ist die Stadtbaumkampagne, die seit 2012 läuft. Das ist ein Armutszeugnis. Wer beim Klimaschutz kürzt, kann keinen Hitzeschutz versprechen. Berlin braucht echten Hitzeschutz: mehr Grün, weniger Asphalt und eine verlässliche Finanzierung.“
