Der Gender Pay Gap ist kein Naturgesetz – erst Recht nicht bei öffentlichem Geld
Foto: Anais Quiroga/Grüne Fraktion Berlin
Zum Equal Pay Day am 27. Februar erklärt Bahar Haghanipour, frauen- und gleichstellungspolitische Sprecherin:
„Der Gender Pay Gap ist kein Naturgesetz sondern das Ergebnis politischer Untätigkeit. Frauen in Berlin verdienen im Schnitt zehn Prozent weniger als Männer. Das sind 2,80 Euro weniger pro Stunde. Oder ein belegtes Brötchen – jede Stunde. Nicht, weil Frauen schlechter verhandeln. Sondern weil sie strukturell benachteiligt werden.
Besonders problematisch ist: Der Senat kann nicht sagen, wie groß die Lohnunterschiede im eigenen Zuwendungsbereich sind. Wer Millionen an öffentlichen Geldern vergibt, muss wissen, ob damit faire Löhne gezahlt werden. Öffentlich finanzierte Arbeit darf keine strukturelle Ungleichheit fortschreiben. Alles andere ist ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Ich vermisse bei der schwarz-roten Koalition den politischen Willen, hier endlich für Transparenz und Standards zu sorgen. Wir Grüne wollen Klarheit statt Wegschauen. Der Zuwendungsbereich ist kein Randthema: In Beratungsstellen, Kultur- und Integrationsprojekten leisten vor allem Frauen unverzichtbare Arbeit für diese Stadt. Wenn wir für faire Löhne sorgen, stärken wir nicht nur die Mitarbeiterinnen – wir stärken den sozialen Zusammenhalt dieser Stadt.
Deshalb fordern wir in unserem Antrag Kriterien, konkrete Maßnahmen und jährliche Berichte zur Entgeltgleichheit bei öffentlich geförderten Projekten. Nur wer misst, kann handeln. Symbolische Bekenntnisse zum Equal Pay Day reichen nicht. Berlin muss Vorreiterin sein – für gute Arbeit, für Transparenz und für echte Gleichstellung. Schwarz-Rot muss jetzt liefern.“
