Grüne fürchten Qualitätsverlust bei Referendariatsausbildung
Foto: Vincent Villwock / Grüne Fraktion Berlin
Zu den angekündigten Veränderungen im Vorbereitungsdienst für Referendar*innen erklärt Louis Krüger, Sprecher für Schulpolitik:
„Was der Senat als Reform verkauft, bedeutet in der Praxis weniger Ausbildung. Wenn angehende Lehrkräfte seltener Seminare besuchen, gleichzeitig mehr unterrichten sollen und an den Schulen kaum Zeit für Begleitung bleibt, dann gehen wichtige Lernphasen verloren. Zeit für Hospitation, gemeinsames Nachdenken über Unterricht und pädagogische Entwicklung werden zur Nebensache.
Problematisch ist auch, wie diese Reform durchgesetzt werden soll: Die Öffentlichkeit wurde über die Medien informiert, das Parlament dagegen kaum einbezogen. Dem zuständigen Ausschuss liegen bis heute keine vollständigen Unterlagen vor, Fragen der Opposition wurden abgewürgt – obwohl die Reform schon zum nächsten Schuljahr starten soll.
Besonders unklar ist die Rolle der sogenannten Qualifizierungslehrkräfte. Es ist offen, wie sie ausgewählt und geschult werden. Gleichzeitig sollen sie nicht nur Referendar*innen, sondern auch andere neue Pädagog*innen begleiten. Mit der vorgesehenen minimalen Entlastung wird diese wichtige Aufgabe an vielen Schulen faktisch zum Ehrenamt.
Hinzu kommt: Durch die neue Modulstruktur sinkt der Umfang der Ausbildung deutlich. Welche Inhalte wegfallen und wo angehende Lehrkräfte weiterhin in festen Gruppen lernen und ihren Unterricht besprechen können, bleibt offen.
Alles deutet darauf hin, dass es hier nicht um bessere Ausbildung geht, sondern darum, Personal zu sparen. Gute Lehrkräftebildung darf aber nicht dem Lehrkräftemangel geopfert werden.“
