Im Office kann man nicht wohnen – Schluss mit Büro-Türmen!
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Um in der Wohnungskrise Flächen für den Wohnungsbau zu schaffen, wollen die Grünen in Berlin den Neubau von weiteren Bürokomplexen und Bürohochhäusern verhindern. Ein entsprechender Antrag steht in der morgigen Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses auf der Tagesordnung:
Dazu erklärt Julian Schwarze, Sprecher für Stadtentwicklung:
„Berlin braucht keine neuen Büro-Türme, sondern bezahlbaren Wohnraum. Während viele Menschen verzweifelt eine Wohnung suchen oder einen immer größeren Teil ihres Einkommens für Miete ausgeben, stehen schon heute fast zwei Millionen Quadratmeter Bürofläche leer. Trotzdem werden weiter neue Bürokomplexe gebaut und geplant. Diese doppelte Fehlentwicklung wollen wir endlich beenden. Wir fordern, dass es angesichts des enormen Leerstands kein neues Baurecht mehr für Bürokomplexe geben darf. Stattdessen wollen wir den Umbau leerstehender Büros in bezahlbare Wohnungen voranbringen. Doch dem Senat fehlt dafür eine stadtweite Strategie, die über einzelne Vorzeigeprojekte hinausgeht und damit eine echte Antwort auf die Wohnungsnot vieler Berlinerinnen und Berliner.“
Hintergrund:
Ziel des Antrags ist es, angesichts des stark steigenden Büroleerstands und der sich zuspitzenden Wohnungskrise die Berliner Stadtentwicklung neu auszurichten. Statt weiteres Baurecht für Bürokomplexe und -hochhäuser zu schaffen, sollen bestehende und leerstehende Büroflächen systematisch erfasst und einer realistischen Bedarfsanalyse unterzogen werden. Auf dieser Grundlage soll der Neubau von Büros vorerst gestoppt werden, solange erheblicher Leerstand besteht. Gleichzeitig soll der Umbau leerstehender Büros zu Wohnungen erleichtert, beschleunigt und gegebenenfalls finanziell gefördert werden. So sollen bezahlbarer Wohnraum geschaffen, Ressourcen geschont und eine sozial und klimapolitisch verantwortliche Stadtentwicklung vorangebracht werden.