Krise an den Schulen: Lehrkräftemangel, Kürzungen, Stillstand
Foto: Vincent Villwock / Grüne Fraktion Berlin
Zum Schulstart erklärt Louis Krüger, der bildungspolitischer Sprecher:
„Die Bildungssenatorin hat den Bezug zur Realität an den Berliner Schulen verloren. Während sie schöne Worte macht, fehlen Lehrkräfte, Klassen sind überfüllt und Schulen dringend sanierungsbedürftig. Gleichzeitig kürzt sie bei Ganztag, Sprachförderung und kultureller Bildung – also genau dort, wo Kinder Unterstützung brauchen.
Die Lehrkräftelücke wird schöngerechnet, die Zahl an voll ausgebildeten Neueinstellungen verschleiert. Statt endlich für Entlastung zu sorgen, ignoriert die Senatorin die massiven Überstunden und verschleppt die Arbeitszeiterfassung. Berlin muss sich hier ein Beispiel an Bremen nehmen.
Besonders dramatisch ist die Situation für Kinder mit Fluchterfahrung und mit Förderbedarfen: Viele werden ausgegliedert oder gar nicht beschult. Das ist ein klarer Verstoß gegen das Recht auf Bildung. Wir fordern: Jedes Kind muss einen Platz in einer Regelschule bekommen – mit ausreichender Förderung.
Das 11. Pflichtschuljahr ist ein Reinfall. Plätze fehlen, erste Jugendliche werden abgewiesen. Wer verspricht, dass niemand durchs Raster fällt, muss die nötigen Kapazitäten schaffen, bevor er eine Pflicht einführt.
Auch beim neuen Landesinstitut und dem Startchancenprogramm herrscht Stillstand. Strukturen fehlen, Gelder fließen nicht ab. So bleibt ausgerechnet Unterstützung für die Schulen liegen, die sie am dringendsten brauchen.
Wir fordern endlich eine ehrliche Bestandsaufnahme, klare Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel, Entlastung für das Personal, echte Inklusion statt Ausgrenzung und eine verlässliche Umsetzung von Förderprogrammen. Bildungspolitik darf nicht länger ein PR-Projekt der Senatorin sein.“
