Antisemitismus in Berlin: Ein alarmierender Zustand
Foto: Vincent Villwock/Grüne Fraktion Berlin
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS Berlin) hat heute den aktuellen Antisemitismusbericht vorgestellt. Antisemitische Vorfälle in Berlin sind weiterhin auf einem deutlich erhöhten Niveau. Die Situation hat sich seit dem 7. Oktober 2023 anhaltend verändert. Antisemitismus zeigt sich dabei in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen: auf der Straße, im öffentlichen Personennahverkehr, an Hochschulen und Schulen, im Kulturbereich und in Gastronomiebetrieben ebenso wie im digitalen Raum. Auch äußert sich Antisemitismus enthemmter. Dazu erklärt Tuba Bozkurt, Sprecherin für Antidiskriminierung:
„Der aktuelle RIAS-Bericht macht sichtbar, wie präsent antisemitische Bedrohungen, Anfeindungen und Ausgrenzung für viele Jüdinnen und Juden in Berlin geworden sind. Dass Menschen ihre jüdische Identität aus Angst nicht offen zeigen können, ist ein alarmierender Zustand für unsere Stadt. Antisemitismus darf weder relativiert noch gesellschaftlich normalisiert werden – unabhängig davon, aus welchem politischen oder ideologischen Spektrum er kommt. Jüdisches Leben zu schützen und sichtbar zu halten, ist eine demokratische Verantwortung, die uns alle angeht. Dafür braucht es eine klare Haltung, starke zivilgesellschaftliche Strukturen und eine Politik, die Sicherheit und Grundrechte gemeinsam verteidigt.“
