Ein starkes Zeichen gegen Rassismus – Berlin ehrt Anton Wilhelm Amo
Foto: Vincent Villwock / Grüne Fraktion Berlin
Zur Umbenennung der M*straße erklärt Tuba Bozkurt, Sprecherin für Antidiskriminierungspolitik:
„Mit der Umbenennung der M*straße verschwindet endlich ein rassistischer Begriff aus dem Berliner Stadtbild. Für viele Schwarze Menschen war dieser Straßenname eine tägliche Erinnerung an Ausgrenzung – jetzt setzen wir ein klares Signal für Respekt und Vielfalt.
Diese Umbenennung ist das Ergebnis beharrlicher demokratischer Arbeit. Unser Dank gilt ausdrücklich einer über Jahrzehnte leidenschaftlich engagierten Zivilgesellschaft, dem Bezirksamt Mitte und der Bezirksverordnetenversammlung. Gemeinsam haben sie gezeigt, dass demokratische Entscheidungen unsere Stadt gerechter machen können.
Dass dieser Ort künftig Anton-Wilhelm-Amo-Straße heißt, ist mehr als nur ein neuer Straßenname. Amo war der erste bekannte Schwarze Philosoph an deutschen Universitäten. Schon 1729 schrieb er in seiner Dissertation De jure Maurorum in Europa über die Rechtsstellung Schwarzer Menschen in Europa und betonte ihr Recht auf Freiheit. Sein Name steht dort, wo zuvor ein kolonialer Begriff verletzte – das ist mehr als Symbolik, es ist ein starkes Zeichen für eine Erinnerungskultur, die niemanden ausschließt.
In einer schriftlichen Anfrage haben wir zuletzt den Senat gefragt, wann die BVG den gleichnamigen U-Bahnhof umbenennt und wie der Bahnhof zu einem dekolonialen Erinnerungsort weiterentwickelt werden kann. Bislang bleibt der Senat jedoch unklar, wie er diesen Ort inhaltlich ausgestalten will. Es reicht nicht, koloniale Spuren nur umzubenennen – wir müssen sie auch kritisch aufarbeiten.“
