Berliner Mietspiegel 2026: Mieten steigen drastisch, Senat bleibt untätig
Foto: Alisa Raudszus/Grüne Fraktion Berlin
Zur Vorstellung des Mietspiegels 2026 erklärt Werner Graf, Fraktionsvorsitzender:
„Der neue Mietspiegel zeigt, was Hunderttausende Berliner*innen längst spüren: Die Mieten steigen massiv, während der Senat weiter zuschaut. Die ortsübliche Vergleichsmiete ist seit 2024 um 6,9 Prozent gestiegen. Das ist der stärkste Anstieg seit Jahren. Gleichzeitig bildet der Mietspiegel die Realität nur teilweise ab, denn die deutlich höheren Neuvertragsmieten fehlen. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist noch dramatischer, als die Zahlen zeigen.
Neubau löst das Problem kurzfristig nicht. Neue Wohnungen sind für viele Berliner*innen unbezahlbar, Mieten von deutlich über 20 Euro pro Quadratmeter sind längst Realität. Der Grund ist politisch gemacht. Neubauten sind weitgehend von Regulierung ausgenommen, obwohl viele Gebäude längst keine Neubauten mehr sind. So steigen die Vergleichsmieten weiter, ohne dass sich der Markt entspannt.
Der Senat darf sich nicht länger hinter Bündnissen und Selbstverpflichtungen der Immobilienkonzerne verstecken. Wir brauchen endlich ein Bezahlbare-Mieten-Gesetz. Nur so bekommen wir bezahlbaren Wohnraum für alle. Das Bezahlbare-Mieten-Gesetz zwingt Vermieter*innen, ihre Wohnungen in Schuss zu halten. Und: Wer mindestens 50 Wohnungen besitzt, muss auch einen Teil davon sozial vermieten und mehr Verantwortung übernehmen. Das könnte der Senat sofort beschließen. Der grüne Gesetzentwurf dafür liegt im Parlament.“
